Was kann ich gegen Sexismus in der Werbung tun?

Als Verbraucherin und Verbraucher gegen sexistische Werbung vorgehen

Als Verbraucherin oder Verbraucher haben Sie viele Möglichkeiten, sich über sexistische Werbung zu beschweren: Sie können beispielsweise die Werbeagenturen und die Unternehmen, die sexistische Werbung kreieren oder verbreiten, direkt anschreiben oder ihre Produkte boykottieren.

Zudem gibt es in Deutschland viele Initiativen und Einrichtungen, die sich mit sexistischer Werbung auseinandersetzen. Der Verein Pinkstinks Germany fordert z.B. ein Gesetz gegen sexistische Werbung, da er findet, dass das vorhandene Gesetz gegen unlauteren Wettbewerb nicht ausreicht. Bei ihrem Projekt „Werbemelder*in“ können alle mit Hilfe einer Monitoring-App sexistische Werbung melden. Das Projekt wird vom Bundesministerium für Familien, Senioren, Frauen und Jugend gefördert.
Anhand des Monitoring von sexistischer Werbung wird zunächst festgehalten, wie verbreitet diese in Deutschland wirklich ist. Daraufhin werden Maßnahmen entwickelt, um die Toleranz für sexistische Werbung in Deutschland zu verringern. Die Mithilfe von allen ist unter Werbemelder*in gefragt. Tragen Sie hier ein, wenn Ihnen sexistische Werbung begegnet.

Zudem nimmt der Deutsche Werberat seit 1972 Beschwerden entgegen, wenn Verbraucherinnen und Verbraucher Werbung beanstanden. Wenn der Deutsche Werberat eine Werbung als diskriminierend einstuft, führt zumeist die Androhung einer Rüge zum Erfolg: 94 % der betroffenen Unternehmen nehmen die beanstandete Werbung direkt vom Markt. Auf der Internetseite vom Deutschen Werberat findet sich ein Beschwerdeformular.

Die Organisation Terre des Femmes vergibt jährlich den „Zornigen Kaktus“. Hier können Nominierungen für besonders frauenfeindliche Werbung eingereicht werden. Die Frauenrechtsorganisation rät zudem sich direkt bei Unternehmen zu beschweren, die Produkte sexistisch bewerben, und zum Boykott von diesen Produkten.

Als Unternehmerin und Unternehmer sexistische Werbung vermeiden

Sexistische, diskriminierende und frauenfeindliche Werbung kann leicht vermieden werden. Prüfen Sie, ob sie in Ihrer Darstellungsweise veralterte Rollenbilder und Geschlechterklischees reproduziert werden. Sprechen Sie mit Dargestellten und ihren Zielgruppen bevor Sie ein Werbekonzept umsetzen.

Zudem gibt es vielfältige Hinweise und Leitfäden von Fachstellen, z.B.:
– Der Deutsche Werberat hat einen Leitfaden zum Werbecodex herausgegeben. Der Werberat arbeitet in dem Leitfaden mit vielen fiktiven Beispielen und zeigt auf, wie Grenzüberschreitungen in sämtliche Richtungen vermieden werden können.
– Terre des Femmes stellt eine kurze und prägnante Checkliste bereit, die frauenfeindliche Werbung kennzeichnet.
– Pinkstinks listet im Rahmen der Werbemelder*in Kriterien und Beispiele auf, die sexistische und stereotype Werbung kennzeichnen.